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Jomolungma Blog

Themen aus Natursport, Technik und der Welt

Tour der Verplanung

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So, ich habs mal wieder geschafft so lange nicht zu schreiben. Also mir gehts eigentlich ganz gut soweit. Bei Dürr gibts erstmal nichts neues. Bin halt die ganze Zeit am Parameter optimieren, Dokumentation schreiben usw. Bei Bikemaxx geht es jetzt ruhig zu. Ich habe am Freitag und Samstag mein Rad während der Arbeit auseinander- genommen und gepflegt. So jetzt zum Sonntag (gestern).
Ich wollte eigentlich nur eine “Hunderter” Tour machen (100 km). Ziel sollte Tübingen sein. Ich bin um 10 Uhr losgefahren. Hinauf ging es zum Schloß Solitude in Stuttgart. Da ging es mächtig steil bergauf. Puls auf 190 und 9km/h. Das war schon nicht schlecht. Durch Stuttgarts Wälder im Süden fuhr ich dann ich Richtung Tübingen. Vorbei an Schwärmen von diesen Speed Wanderern (Nordic Walkern), bei denen ich Angst hatte die Stöcke in meine schönen Speichen zu bekommen. Obwohl die mich schon von weitem sehen, gehen sie nicht aus dem Weg. Da kann man noch so schnell ankommen. In Vaiingen hab ich mich zum ersten mal verfahren. So langsam merkte ich das es mit Tübingen eng werden wird. Aber naja, “fahrn mer ma weiter”. Nach Vaiingen, im Wald, der nächste Umweg. Irgendwie muss es in meiner Natur liegen Wege zu nehmen die dann nur noch in einen Tiertrampelpfad enden. Aber mit guten Oreintierungssinn und ein bisschen Singletrail Erfahrung mehr kam ich auch schon wieder auf den richtigen Weg. Aber die Uhr tickte ja weiter. Und ich wusste der geplante Rückweg entlang des Neckars wird um vieles länger sein als der Weg nach Tübingen. Desweiteren hatte ich geplant im Hellen zurück zukommen. Also sparte ich mir die Mitnahme meiner Lichter. Nur mit meiner Lenkertasche ein paar Müsliriegel (10) und 2 Flaschen zu trinken sollten reichen. Es klingt jetzt alles so schlimm, das war es natürlich nicht. Es war ein schöner fast sonniger Herbsttag. Das Laub liegt zu Hauf am Boden in herlichster Farbe. Die Wege meist schöne feste Pisten und auch nicht schwierig im Profil. Meine Geschwindigkeit lag im Durchschnitt bei 21 km/h. Bei den doch so zahlreichen Anstiegen nicht schlecht. Im Siebenmühlental das sich in Richtung Tübingen erstreckt kam die nächste Überraschung. Nach 10 km Fahrt in diesem wunderschönen Tal kommt ein Schild “Sackgasse in 500m, unbefestigter Fußweg vorhanden”. Kein Weg zur Abzweigung war Vorhanden. Also fuhr ich zu dem “un- befestigten Fußweg”. Ein Besitzer eines “Wendyparks” (Pferdehof) hat hier die gesamte Breite und etliche km Länge des Tals gekauft und alles abgesperrt bis auf diesen kleinen unbefestigten Weg. Dieser geht erst steil über faustgroße Wurzeln bergauf und dann entlang des steilen Hanges. Rechts ging es ca. 30 m gut und sicher im Falle eines Falles schnell bergab. Links sieht man hier und dort ein paar Freerideschanzen aus zusammengeflickten Bauholz. Irgendwann geht es wieder bergab und ein kleiner Pfad wird dann immer größer zu einer kompletten Talstraße. Dieser Weg kostete ca 30 min meiner so kostbaren und immer knapper werdenden Zeit. Im nächsten Waldstück, in dem auch ein heftiger Anstieg war, hab ich mich wie es auch anders sein sollte verfahren und bin gut 9 km woanders rausgekommen als geplant. Die Schwaben haben es einfach nicht drauf Wege zu Beschildern und Entfernungen zu Messen. Am Anfang sind noch Ziel und Entfernung vorhanden. Doch an der nächsten Kreuzung ist davon nichts mehr zu sehen. Jetzt mal im Text etwas schneller als auf dem Rad: jedenfalls war ich dann 14:56 Uhr nach 77km in Tübingen. Jetzt hieß es, trotz aufkommender Müdigkeit in den Beinen, vorrankommen, so schnell wie möglich. Mit satten 30 km/h fegte ich mit leichtem Rückenwind am Neckar entlang. Im nächsten größerem Ort lockte mich das Tankstellenrestaurant Subway’s mit leckeren, ofen- warmen Baguettes. Das tat auch meinem Körper gut denn ich hatte schon eine Menge an Energie verbrannt. Doch je mehr Kiometer ich weiterfuhr um so angsamer wurde ich. Aus den 30 wurden 28, dann 25 km/h. Trinken musste ich auch immer öfter. Und die Straßen- schilder zeigten immer noch keinen bekannten Ort wie Esslingen oder Stuttgart an, von denen ich wusste das sie noch ca. 30 km von Ludwigsburg weg waren. Später als es dann, wie sollte es auch anders, dämmerte bin ich dann in Esslingen angekommen und hatte 125 km hinter mir. Vorbei ging es jetzt an den Daimler- Werken in Unter- und Obertürkheim. In Bad Cannstatt in Stuttgart gönnte ich mir wieder mal an einer Tankstelle satte Kalorienbomben wie Schnitzelbaguette und Apfeltasche mit extra viel Puderzucker. Meine Augen hatten sich perfekt an die Dunkelheit gewöhnt und es forderte alle Konzentration alles zu sehen bzw. Gefahren zu Er- kennen. Zum Glück musste ich ab jetzt nicht mehr auf einen Autostraße. Der Radweg hatte aber auch seine Tücken. Fußgänger mit Hund, die ich bestimmt mit Fahrradlicht genauso wenig gesehen hätte. Doch ich bin allen Gefahren ausgewichen. Selbst ein riesiges Schalgloch konnte ich noch im letzten Moment erkennen. Ich wusste auf meine Nachtaugen ist Verlass. Nach 7 Std.45 min. reiner Fahrzeit ,176,3 km und 1181 Höhenmetern kam ich dann völlig erschöpft in meinem trautem Zimmer an. Nach einigen nächtlichen “Fressattacken” und heutigem Dauer- hunger (selbst nach dem leckern Essen in der Dürr-kantine) hat sich mein Körper wieder ein bisschen erholt.
So das wars mal wieder aus dem schönen Schwabenländle.
Gruß Christian

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