
Es ist Montagmorgen. Gegen 7.00 Uhr kommt die Vermieterin zur Schlüsselübergabe. Sie erklürt mich für verrückt, dann fahre ich los. Mit gepacktem Rad fahre ich erstmal in die Stadt (Ludwigsburg). Ich gebe die Jacke meines Vaters, die er beim Umzug bei mir vergessen hat, zur Post um sie zurück zuschicken.
Und dann endlich wieder ein leckeres schwäbisches Frühstück beim Bäcker. Das sollte meine letzte schwäbische Bretzel sein, die ich in der nächsten Zeit essen werde. Doch dann ging es endlich los. Ich fahre meine alten Wege hinab zum Neckar und folge diesem. Ich schwelge in Erinnerung welche ich an dieses halbe Jahr hier habe. Der Radweg windet sich mit dem Neckar durch das Tal. Die Morgenluft ist kühl aber sehr angenehm. Die Kilometer schwinden nur so dahin, denn ich habe Rückenwind. Es geht durch die Orte Mundelsheim, Hesigheim, Besigheim, Walheim und Kirchheim. Jetzt wird die Landschaft etwas ruhiger, sanfter aber eben auch langweiliger. Am Weg sind Felder und Obstplantagen. Bis Heilbronn ist der Weg nicht ganz so sonderbar. Man sieht eben Landwirtschaft in Deutschland. Hinter Heilbronn wird es wieder zunehmend interessanter. Die Talflanken des Neckar rücken wieder enger zusammen. Kleine Burgen stehen stolz an ihren Rändern.
Nun da es sich hier sehr schön fahren lässt muss ich den Radweg verlassen um meiner Route treu zu bleiben. In Mosbach fahre ich das Elzbachtal hinauf. Immer dem Odenwald-Madonnen-Radweg geht es aus diesem Tal hinaus und quer durch den Odenwald. Ich komme trotz des Gepäcks und der Steigungen gut voran. Jetzt ist es auch schon so warm das ich meine Beinlinge ausziehe und kurzbeinig weiterfahre. Hier im Odenwald werde ich auch wieder von anderen Radfahrern gegrüßt. Das lässt in mir Heimatstimmung zu. Aber bis dahin ist es noch ein weiter und anstrengender Weg. Nun geht es hinab bis zum Main. Diese lange Abfahrt genieße ich in vollen Zügen. Als ich am Main ankomme bin ich über das enge Tal und die Schönheit überrascht. Ich habe einen langweiligen Fluss in einem eher breiten Tal erwartet. Umso mehr macht es mir Spaß in der späten Stunde hier noch ein bisschen zu fahren. Bis 18.15 Uhr fahre ich und suche nach einem Platz zum übernachten. Es ist eine überdachte Bank direkt am Main. Nach dem leckeren Essen (Überreste der Trekkingmahlzeit von Schweden) geht es ab in den Schlafsack bzw. Schlafsäcke, denn es wird kalt werden in der Nacht. Meine Uhr misst 1°C in dieser sternklaren Nacht.