
… sollte es werden. Doch es kam mal wieder ganz anders.
Ich hatte mir eine schöne Route durch das Erzgebirge ausgesucht um mal wieder raus zukommen und abzuschalten. Das Wetter zeigte sich allerdings von einer ganz anderen Seite.
Als ich vor die Haustür ging schüttete es aus Kannen und das Thermometer zeigte 8° C welche die Maximaltemperatur des Tages werden sollte. Doch das lies mich unbeeindruckt. Somit fuhr ich los über Hilbersdorf ins Bobritzschtal. Mittlerweile hatte ich schon die erste Umziehaktion hinter mir, da ich mal wieder zu Warm angezogen war. Der Wind wehte zum Glück mir in den Rücken, denn sonst wäre ein Vorankommen unmöglich gewesen. Vorbei ging es an der Talsperre Lehnmühle und auf den nassen Schotterweg im Wald an der wilden Weißeritz. Bisher hatte mein Radcomputer nur teilweise die Wahrheit gesagt, also war klar das ich heute nicht die korrekte Anzahl der Kilometer und Höhenmeter bekam (was auch das Weglassen der Anzeige oben neben dem Bike-Bild begründet). So zählte dieser nur bei Abfahrten und an relativ geraden Teilstrecken und das auch nur reduziert. Also fehlten die ganzen Anstiege und die Fehlerkilometer.
Hinauf ging es nach Ammelsdorf und wieder hinab nach Schmiedeberg. Ab jetzt sollten die Anstiege nicht nur noch extrem steil (>10%) werden sondern auch in der Anzahl drastisch zunehmen. Es ging dann hinauf nach Altenberg und zu meinem beliebten Kahle Berg. Dort gab es lecker Nudeln und warmen Tee. Ab jetzt wollte sich das Wetter von der besten und stärksten Seite zeigen, die es zu bieten hat. Das heißt Hagel, Regen, Sturm und dazwischen immer wieder mal Sonne. Die Temperatur war hier so um die 5-6° C. Also alles in allem “schönes” Herbstwetter. Nun fuhr ich auf die tschechische Seite des Gebirges und auf dem Gebirgskamm entlang. Diese Strecke bin ich nun zum ersten Mal gefahren und muss sagen es ist traumhaft schön. Man fährt auf dem Kamm entlang und sieht die Hagelwolken vor sich, hat einen traumhaften Blick und ist dem Wetter entsetzlich gut ausgesetzt. Von dort ging es hinunter nach Deutschgeorgenthal und weiter nach Seifen. Oben in Seifen angekommen fuhr ich an all den Schnitzereien und Spielzeugmachern vorbei nach Olbernhau. Dort, wie soll es anders sein, ging mal wieder einen steilen und langen Berg hinauf. Der Asphalt wechselte beim Ortsausgang zu einem Geröllweg, auf dem ich meine Radbrille verloren habe. Diese habe ich an meinem Lenker gehängt, da ich bei diesem Regen nichts mehr gesehen habe. Leider habe ich sie nach einer Umkehr auch nicht wieder gefunden. Ab diesem Punkt verließen mich die guten Geister. Der steinerne Weg und das endlose Durchschütteln wollte nicht enden, der Verlust der guten Brille traf mich hart und man glaubt es kaum, die Kräfte ließen nach. In Sayda ging es mit mir wieder ein bisschen bergauf. Denn von nun an konnte ich mich fast bis Mulda rollen lassen. Die letzten Kilometer waren mir bekannt und sind somit nicht erwähnenswert. In Freiberg angekommen ging es erstmal in den Cleanpark, an dem ich mein Rad erstmal säuberte. Denn es heisst ja: Erst das Pferd dann der Reiter. Dann zu Hause angekommen ging es in die Heiße Wanne in der ich erstmal 2 Stunde geschlafen habe. Es war mal wieder eine kräftezehrende Tour mit viel schlechtem Wetter. Mein Radcomputer zeigte 98 km und 1188 hm an. Dies entsprach aber nicht ansatzweise der Realität. Laut Kartenmesser waren es 126 km und laut GoogleMaps 132 km, somit fehlten 28 bzw. 34 km und die dazugehörigen Höhenmeter. Ich schätze die Höhenmeter auf ca. 2100 hm. Aber das lässt sich nur in einer Wiederholung der Tour mit ordentlichen Messmitteln beweisen.
Und ein Video was ich am Stausee in Flaje gedreht habe: