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Jomolungma Blog

Themen aus Natursport, Technik und der Welt

Fete im Freien ohne Wetterglück

bike

10 Uhr Treffen auf dem Nettoparkplatz. Geduldig warte ich auf meine Gäste.
Doch schon bald kommen sie geschlossen aus der Eingangstür.
Kurz darauf fahren wir mit den Autos nach Nove Mesto. Doch was ich dort sehe, erschüttert mich. Das Feld über das ich die letzten Tage gegangen bin, besteht nicht mehr aus einer geschlossenen Schneedecke. über all kommen braune Grasbüschel zum Vorschein. Nach dem die Gamaschen verteilt und angezogen sind, die Pulka gepackt ist marschieren wir los. Optimistisch ziehe ich meine Pulka über einige Büschel. Weiter auf dem Weg entdecke ich immer mehr Schaden, den die warmen Temperaturen an der weißen Pracht erbracht haben. Wir verlassen nun den Weg und folgen meinen Spuren durch das seichte Tal. Der Fluss der durch das Tal bisher leicht dahin plätscherte rauscht nun reißend gen Westen.
Ich hatte für diesen Weg zwei Flussüberquerungen über die Nebenflüsse eingerechnet. Doch aus zweien wurden schätzungsweise zehn. Einige sind noch mit Schneebrücken verdeckt, so dass man glauben könnte sie halten unser Gewicht. Nasse Füße sind auf diesem Weg bei einigen von uns schon nach ein paar Überquerungen vorhanden.
Bei ein paar Nebenflüssen müssen morsche Baumstämme helfen, bei anderen eben nur weite Sprünge.
Dann ist das Ziel erreicht. Ich laufe den kleinen Pfad von der Tannengruppe hinauf durch den Wald zu der Lichtung an der ich mein “Eigenheim” erwarte. Doch ich muss schlucken, was ich sehe lässt meinen Atem stocken. Die festen, dicht in Reih und Glied stehenden Blöcke sind zu komischen runden Schneehaufen geschmolzen. Die Wände liegen der Länge nach neben dem Grundriss. Einige Ecken sind stehen geblieben. Ich gehe durch die Ruine und verdränge die Erinnerung an mein erstes Schneehaus.
Meine Freunde sehen auch betrübt aus. Sie könne die Größe und den Aufwand nur erahnen. Teilen aber das Leid mit mir. Ich versuche es sportlich zu nehmen was mir nicht leicht fällt.
Ich packe die Pulka aus, verteile die Isomatten und öffne die leicht durchnässte Plane unter der sich das jetzt teilweise nasse Holz befindet.
Als erste Arbeit für meine Jungs gebe ich die kleine Axt, mein Bundeswehrmesser und einen Feuerstein aus für das Feuermachen aus. Diese Herausforderung nehmen sie gerne an. Erste Funken sprühen, aber so richtig will es nicht angehen. Mehr Magnesium von der Rückseite des Feuersteins wird verlangt. Auch das bringt nicht das gewünschte Ergebnis. Olli holt ein paar leere Blätter Papier aus seinem Rucksack. Einige davon soll er wieder einstecken, da sich darauf Mitschriften aus der Vorlesung befinden. Es dauert trotzdem recht lange eh das Papier zündelt. Einige verlässt schon der Ehrgeiz und fragen nach dem Feuerzeug. Doch Hatschi behält ihn und gemeinsam holen wir die benötigten Funken aus dem Stein, so dass nach einiger Zeit die ersten Späne brennen. Größere Scheite werden aufgelegt und dann brennen schon die ganz großen Stücke. Diese Hürde wurde mit Bravour gelöst. Die nächste Aufgabe war das Suchen nach dem Glühwein, mittels Karte und Kompass. Die Gruppe wurde in zwei Teams geteilt. Doch wenn die Richtung grob bekannt war, dann sah man das gesuchte schon von weitem, denn der fehlende Schnee gab den Glühwein frei.
Somit konnten auch die Getränke warm gemacht werden. Schnee wurde für das Teewasser getaut und dann durch meinen Schal (Buff) gefiltert in die Kanne gegossen. Auch der Glühwein wurde auf dem Kocher schnell warm.
Das Feuer gab mittlerweile eine gute Glut bzw. ausreichend Hitze für das Gulasch. Also wurde das Dreibein aufgestellt und der Kessel drangehangen. Tanja unsere Küchenchefin rührte bis das Gulasch für gut befunden wurde. Die Speise und die Getränke mundeten gut, aber das Wetter war überhaupt nicht nach unserem Geschmack. 5 ° Wärme, Sturm und Nieselregen ließen unser Wettergemüt streiken. Nach dem essen war klar das wir uns wieder auf den Rückweg machen. Alles wird zusammen gepackt, das Feuer gelöscht, noch ein letzter Gang durch die Ruine und dann mit wehmütigen Herz zurück.
Doch vor uns lagen noch ca. 10 Überquerungen der Flüsse, die nun schwerer sein würden. Aber der Rückweg viel uns leichter, denn der Sturm blies uns in den Rücken. Einige Nasse Füße kamen dazu, aber unsere abenteuerliche Wanderung bekam damit eine bessere Note und alle waren froh diesen Tag so verbracht zu haben. Der Weg über das freie Feld zu den Autos fiel mir mit der Pulka schwerer als am Morgen, denn das Braun nahm hier die Überhand.
Zuhause angekommen wurden erstmal alle Sachen getrocknet und gesäubert ehe am Abend die gesamte Wandermannschaft noch einmal zu Speis und Trank vorbeikam um den erlebnisreichen Tag ausklingen zu lassen.

Hier noch ein paar bildliche Eindrücke:

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4 Kommentare »

  Daniela wrote @ Januar 21st, 2008 at 09:49

Ich würde jeder Zeit gerne wieder eine solch ungewöhnliche aber doch lustige Abendteuertour machen.
Vielleicht passend zu jeder Jahreszeit ? Also ich bin für jeden Vorschlag zu haben.

  Thomas wrote @ Januar 21st, 2008 at 13:14

Schade. Blöd gelaufen.

  Laura wrote @ Februar 5th, 2008 at 23:28

Okay, ich hoffe nicht, dass deine Geburstagsfeier gewesen ist?? Da denke ich lieber an die Kellerfeten in Pönitz. Aber ich glaub, ich hät an der Sache auch Spaß gehabt!! Liebe grüße

  chris wrote @ Februar 6th, 2008 at 17:03

Natürlich war das meine Geburtstagsfeier!
Außerdem sind meine Sturm und Drangzeiten vorbei.
Ich wage mich jetzt lieber in einen Schneesturm.
Es gab aber auch Glühwein ;)

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