Schlafsacktest in Holzhau

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Gestern bin ich gegen Nachmittag mit meinem Koga nach Holzhau aufgebrochen um meinen Schlafsack bei entsprechender Kälte zu testen.
Sonnenschein, Wolken und Schnee wechselten sich ab. Umso weiter ich ins Gebirge vordrang sank mein Thermometer. Bis ich den 12%igen Anstieg in Holzhau hinaufkurbelte standen -2 °C auf meiner Anzeige. Oben an der Steinkuppe angekommen waren es nur noch -4 °C. Aber der Ausblick und die winterliche Stimmung waren der Mühe Lohn.
Nach einem Gipfelrundgang fand ich einen schönen Platz mit Ausblick auf die Umgebung, welcher auch den Blick nach Freiberg gewährte. Er war eben, leicht mit Krümelschnee bedeckt und auch leicht geschützt durch kleinere Bäume. Da ich mich nun schon im Schatten der Sonne befand wurde es zunehmend kälter. Ich packte meine Taschen aus, bereitete das Lager vor und kochte mir mein Reisgericht.
Mit fertigem Menu setzte ich mich in meinen Schlafsack und verschlang das kleine Essen.
Leider hatte ich zu wenig Essen eingeplant, denn selbst nach dem Essen hatte ich noch ein Bärenhunger. Meine Notkalorien bestehend aus Müsliriegel, Apfel und Birne sollten eigentlich mein Frühstück werden. Daran hielt ich auch fest.
Mit knurrendem Magen machte ich mich schlaffertig und schloss bis auf ein Atemloch den Schlafsack. Laut Hersteller soll er mir bis -20 °C Schlafkomfort gewähren und im extremen Fall mit leichten Unterkühlungsschäden bis -40 °C. So kalt sollte es diese Nacht jedoch nicht werden. Mitten in der sternklaren Nacht zeigte meine Uhr -7 °C an.
Aber es trotzdem mollig warm im Sack. Meine Sachen Lagen neben mir, unter meinen Füßen und unter meinem Kopf in der Kapuze, so das sich die 1,95 m Variante des Schlafsacks gelohnt hat. Er bietet ausreichend Bewegungsfreiheit (für meine 1,83m) und hält auch noch die zusätzlichen Sachen warm. Das einzige was mich gestört hat ist das phosphorisierende Kordelende der Gesichtsluke die neben meinen geschlossenen Augen wie der Polarstern leuchtete. Aber das sind nur die kleinen Probleme.
Am frühen Morgen als es dämmerte konnte ich nun auch nicht mehr schlafen. Also entschloss ich mich aufzustehen. Was sich als fatal herausstellen sollte.
Kaum hatte ich mich angezogen (im Schlafsack) und aus dem Sack gemüht, fror ich wie ein nasser Pudel. Ich bekam weder Hände noch Füße warm. Durch morgendliches Joggen auf die Steinkuppe und wieder herunter konnte ich wenigstens den Kältezustand halten. Doch der Sonnenaufgang über der Landschaft war der Kälte des Anblicks zumindest überlegen. Nach einem Tee, dessen Wasser ich gerade für zwei Tassen aus der gefrorenen Plastikflasche schlagen konnte, ging es zumindest den Händen vorübergehend besser. Nach dem Lagerabbruch sah es aber wieder ganz anders aus. Meine Füße kribbelten und meine Hände waren stocksteif.
Nach der Abfahrt hinunter ins Tal befand ich mich wenigstens auf der Sonnenseite des Tals. Nach mehreren Kilometern in der Sonne wurde aber der Zustand nicht zunehmend besser. Durch starkes Massieren der Hände bei freihändiger Fahrt kam ich aber langsam Gefühl in den Fingern. Doch die Füße konnte ich erst kurz vor Freiberg wieder in gang kriegen. Da kamen erst das Kribbeln und dann der Schmerz wieder.
Somit bin ich gesund und munter in Freiberg angekommen