One way, one day….

bike
…der Weg führte von Freiberg nach Magdeburg und der Tag war vergangener Samstag. Die Tour hatte ich schon immer mal vor, aber lies sich bis jetzt nicht durchführen. Ich hatte sie immer im Hinterstübchen behalten um sie dann unverhofft, aber lange geplant durchzuführen.
Nach 4,5 Stunden Schlaf vom Freitag zum Samstag stand ich um 2.30 Uhr auf, aß meine Banane schnappte meine fertig gepackten Taschen und sattelte mein Rad. Im Schein der Radlampe fuhr dann nach Dresden wobei ich zusehends dem Sonnenaufgang entgegenfuhr. Das Wetter sah erstmal gut aus, keine Wolken und kein Wind. Ab Dresden fuhr ich auf den Elbradweg, dem ich bis Schönebeck (kurz vor Magdeburg) folgen wollte. Mit meinem Koga kam ich gut voran. Mit durchschnittlich 24 km/h war ich schneller als erwartet. In Meißen wurden Schloss und Dom von der aufgehenden Sonne beschienen, was anmutig aussah. Ab Meißen war es landschaftlich vorerst nicht mehr so interessant, aber dafür kam ich ja gut voran.
Ein Problem stellte sich jedoch mit meiner zeitigen Abreise ein. Die ganzen Elbfähren machten samstags erst 9.00 Uhr auf. Somit konnte ich die ganze Zeit bis Torgau nicht auf das andere Elbufer, was der Elbradweg nach der zweiten Fähre getan hat. Nach Torgau begann für mich die seelische Krise. Ich hatte so 225 km weg, der wind blies mir mittlerweile halbstark immer aus Nordwesten ins Gesicht, es meldeten sich die ersten Schmerzen und wunden Stellen und der Hunger und Durst mussten immer öfter gestillt werden. Verbissen fuhr ich mit meinen nur noch 22-23 km/h weiter. Nach Wittenberg ging es mit der Elbfähre auf die andere Seite, dann vorbei am Wörlitzer Park in Richtung Dessau. An einer Schänke im Wald füllte ich zum zweiten Mal meine zwei Trinkflaschen auf und aß innerhalb von wenigen Minuten zwei große Stück Quarkkuchen. Das muss ein komisches Bild für die Kellnerinnen abgegeben haben. Nur kurz dagewesen, mit Helm und Brille an den Tisch gesetzt die Kuchen rein gehauen und schon war er wieder weg!
Nach Dessau ging es für mich wieder Aufwärts. Auf meiner Karte auf der Lenkertasche sah ich schon mein Ziel. Doch bis dahin waren es immer noch satte 60 km. Die Leistung die ich jetzt noch erbrachte war für mich recht erstaunlich, aber trotzdem kam ich nur langsam voran. Mich hinderten die ganzen Dörfer mit ihrer Grobpflasterung, die sich zu allem Übel noch „schönstes Dorf in Sachsen-Anhalt“ schimpften. Irgendwann dachte ich schon gar nicht mehr über irgendwas nach. Meine Beine fuhren dann nur noch so dahin, mit mir auf dem Rad. Aber dann kamen immer mehr bekanntere Orte bis ich in Schönebeck ankam und mich durch die Stadt hinaus nach Welsleben finden musste. Danach fuhr ich noch den 2 km langen Berg hinauf und war dann auch gleich am Ziel in Welsleben bei meinen Großeltern. Nach 320 km und 16,5 Std Reisezeit hatte ich das für mich vorher Unmögliche geschafft. Die Grenze der Reichweite an einem Tag ist damit ein ganzes Stück nach oben geklettert.
Hier seht ihr die Route auf Google Maps: Google Maps